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Mumin-Bilderbuch »Knütt findet einen Freund« [KF]

Das zweite Mumin-Bilderbuch erschien 1960 auf Schwedisch unter dem Titel »Vem ska trösta Knyttet?«, also »Wer soll den Winzling trösten?«. Der Text ist im Original gereimt.

Personen:

Knütt, allerlei Hemule, Filifjonken und Homsas, Schnupferich, der Meerriese Eduard, die Morra, Fitzel

Inhalt:

Der winzige Knütt lebt allein und in ständiger Furcht – vor der Nacht, den großen Hemulen und vielem anderen. Eines Tages hält er es nicht mehr aus; er verlässt er sein kleines Haus und geht fort. Auf seiner Wanderung wird er von praktisch niemandem beachtet: alle sind laut, betriebsam und fröhlich. Als er schließlich das Meer erreicht, findet er eine Flaschenpost: ein Hilferuf von einer anscheinend ebenfalls sehr kleinen Trollfrau, die sich in unmittelbarer Bedrohung durch die Morra befindet. Knütt hatte nie gedacht, dass jemand noch beschützenswerter sein könnte als er selbst – nun fasst er den Entschluss, helfend einzugreifen. Er kommt gerade noch rechtzeitig, um durch einen überaus mutigen Biss die kleine Fitzel vor der Morra zu retten. Die beiden beschließen, zusammen zu bleiben.

Entwicklungsgeschichte:

Die in unschöpferischen Stress ausartende Mumin-Comicserie sowie der in Finnland, Schweden und andernorts stattfindende Mumin-Boom in der zweiten Hälfte der 1950er-Jahre hatten bei Tove Jansson zu großer Entfremdung und Distanzierung gegenüber dem von ihr geschaffenen Mumintroll geführt. In diesem Bilderbuch lässt sie ihn bewusst nicht mitspielen – ­lediglich auf einer Abbildung eines Festes sieht man im Bildhintergrund zwei Mumintrolle tanzen (falls es keine Snorke sind). Das stattdessen beschriebene kleine Wesen, das sich nirgends zuhause und überall bedroht fühlt, dann aber gegen große Gefahren zu kämpfen bereit ist, muss autobiografisch verstanden werden. Dass der Vater der Autorin Viktor Jansson 1958 gestorben war, spielt zusätzlich in die Grundstimmung der Verlassenheit hinein. Die Gestaltung mit Farbflächen fast ohne schwarze Konturlinien zeugt von dem Bestreben, der ersehnten Malerei wieder näher zu kommen.

In seiner textlichen Machart (relativ simple Reime) schließt das Buch an seinen Bilderbuch-Vorgänger WG von 1952 an.

Bemerkungen:

Deutschsprachige Erscheinungsgeschichte:


St. Gabriel, 1960
(Ü.: Rukschcio)

Taschenbuchausgabe im Obelisk-Verlag, Innsbruck, 1986

leiv, 2009
(Ü.: Müller)

Arena, 2017
(Ü.: Kicherer)

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Seite zuletzt geändert: 22. 11. 2020 / 11:35 


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